Weihnachten im Krieg: Ännchen von Tharau

Schneefeld: Ännchen von Tharau

Der Nordostwind pfeift über d​ie Anhöhe, winzige ​Schneekristalle schneiden ins Gesicht. Am Weihnachtsabend 1943 liegt ein junger Leutnant mit seinen Kameraden in einem Schützengraben bei Kiew. Ein trockener Husten schüttelt ihn; ​der Frost beißt in Nase​, Fingerspitzen und Zehen​.

Noch vor wenigen Monaten lebte er in einer anderen Welt. Gerade ​zwanzig geworden, hatte er die Lehrerbildungsanstalt beendet und träumte davon, Kinder zu unterrichten.

Doch nach einer Schnellausbildung wurde er an der Ostfront eingesetzt, wo die durchschnittliche Überlebenszeit ​bei der Infanterie kaum ​einige Wochen ​erreichte.

Kälte, Angst und Grauen haben den Tag gedehnt. Längst ist es dunkel geworden, doch noch immer ​flammen hier und da Mündungsfeuer auf. Einzelne Schüsse peitschen durch die Dunkelheit.

Kurz vor 22 Uhr verstummen die Waffen wie schon an den Abenden davor. Es ist, als ob die Soldaten den Atem anhielten. Sie warten auf den Zapfenstreich. Auch an den Stellungen der Roten Armee verlöschen die Mündungsfeuer.

Über die Schneefelder hinweg ertönt plötzlich der klare Klang einer Trompete. Einige Minuten lang lauschen die Menschen auf beiden Seiten der Front ​bewegungslos. Dann erklingt die letzte Melodie: „Ännchen von Tharau“.

Der junge Leutnant wischt die beschlagene Nickelbrille ab und ist froh, dass ihn niemand sieht. Er denkt an seine ​Liebste zu Hause. Es ist ihr Lieblingslied.

​Viele Jahre später wurde ​er mein Vater.

Was hatte er in den drei Jahren an der Ostfront erlebt? Was hatte er gesehen, was vielleicht getan? Ich weiß es nicht, denn er offenbarte seiner Familie nur wenig.

Doch manchmal zu​m Fest erzählte er von Weihnachten im Krieg. Von der Trompetenmusik, die für Augenblicke die geschundenen Seelen von Kriegsfeinden miteinander verband...

Ich wünsche Dir ein friedliches Weihnachten mit Zuwendung für Dich und die Menschen, die Dir wichtig sind. 

​Alles Liebe Christine

P.S.: Magst Du etwas Schönes für eine ruhige Stunde? Unsere Coach-Kolleginnen Martina Baehr und Kathrin Stamm haben ein anrührendes E-Book zum Thema ​VERTRAUEN zusammengestellt. ​Es verbindet anregende Zitate mit Fotos von Hans-Dirk Reinartz. Weil auch ich ein ​wenig dazu beigetragen habe, darf ich es Dir weitergeben. Vielen Dank, Martina und Kathrin.

D​ownload

Christine Radomsky

Träumst Du von einem Neuanfang im Job? Dr. Christine Radomsky begleitet Fachexperten und Führungskräfte 50plus zu ihrem erfolgreichen beruflichen Neustart. Tiefe und späte berufliche Umbrüche kennt sie aus eigenem Erleben: Von der Physikerin zur Softwareentwicklerin und Validiererin, von der Teamleiterin zum Coach. Sie ist Spezialistin für Selbstführung und lebenslange Persönlichkeitsentwicklung. Für lebenserfahrene Menschen im beruflichen Umbruch, die in einer Welt schnellen Wandels erfüllter leben wollen, leitet sie Online-Workshops - gemeinsam mit ihrem Partner Dr. Michael Radomsky. Auf ihrem SinnCoach-Blog unter alcudina.de/sinncoach_blog teilt sie Anregungen für lebenslange persönliche Entwicklung und ein sinnerfülltes Leben.

Klicke hier, um einen Kommentar zu hinterlassen

Nur mit Cookies kann diese Seite optimal funktionieren und dargestellt werden. Wir empfehlen deshalb, Cookies zu akzeptieren. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen