Was ist Weihnachten für Dich?

Magst Du Weihnachten? Oder bist Du froh, wenn das Fest vorbei ist?

Als ich ein kleines Mädchen war, freute ich mich jedes Jahr lange vor dem Fest auf das Weihnachtspaket meiner Düsseldorfer Tante. Es roch so gut – nach Apfelsine, Kaffee und Lavendelseife.

Wenn meine beiden Brüder und ich zur Bescherung unsere wenigen Geschenke endlich auspacken durften, faltete Vater das feine Geschenkpapier sorgfältig zusammen. Das Radio spielte eine Bachkantate, eine dicke Kerze leuchtete. Ich barg mein Gesicht im neuen Kuschel-Pullover und war glücklich.

Später legte ich mich bäuchlings unter den Weihnachtsbaum, um in das Abenteuerbuch einzutauchen, das mir meine Eltern geschenkt hatten.

Welche Weihnachts-Erinnerungen hast Du aus Deiner Kindheit?

Zwischen Stress und Freude - Wie wir Weihnachten sehen

Eine Konsumforschungsagentur befragte unlängst Erwachsene zum Thema Weihnachten [1]. Knapp die Hälfte der Befragten outete sich als Weihnachtsfan. Etwa 1/8 sind Weihnachtsmuffel, die mit Weihnachten nicht viel anfangen können. Der große Rest ist ambivalent und freut sich vor allem über die freie Zeit.
Weihnachten zwischen Stress, Sinn und Freude

Knapp 60 % der „Weihnachtsmuffel“ verspüren in der Vorweihnachtszeit erhöhten Stress. Kennst Du das?

Erstaunlich ist das nicht. In den Tagen vor Weihnachten kommen bei vielen Menschen „Festtags-Verpflichtungen“ zum Berufs- und Alltagsstress hinzu.

The same procedure as every year: Das viergängige Weihnachtsmenü ist noch nicht einmal entworfen, der Tannenbaum fehlt und Tante Charlotte wartet am 4. Advent auf unseren Besuch.

Doch viele stresst vor allem die Jagd nach Geschenken.

Der Einzelhandel in Deutschland freut sich auf einen Weihnachtsumsatz von 14,3 Milliarden €  [1]. Stell Dir vor – das ist nahezu genauso viel, wie im Bundeshaushalt für Gesundheit ausgegeben wird (14, 6 Mrd. €, siehe [2]).

Vom Baby bis zum Greis sind das etwa 175 € pro Kopf. Brauchen wir das wirklich? Die Werbung, die uns aus allen Kanälen beschießt, suggeriert: Weihnachtsglück sei nur mit aufwändigen Geschenken zu haben.

Und so kann es gut sein, dass wir am Adventssonntag durch volle Einkaufspassagen laufen. Oder stundenlang Preise im Internet vergleichen. Ganz abgesehen davon, dass wir uns gerade in der Vorweihnachtszeit leicht verlocken lassen, mehr zu essen und zu trinken als uns gut tut.

Welchen Sinn hat Weihnachten für uns?

Wieder mehr Sinn finden

Manche Menschen versuchen, auch die „Festtags-Verpflichtungen“ mit Zeitmanagement anzugehen. Weihnachtsbraten, Lichterkette, Geschenk für Tante Charlotte und eine Vielzahl anderer Aufgaben landen mit Priorität 1 auf der ToDo-Liste.

Doch was passiert, wenn wir uns zuvor besinnen?

Statt „Was MUSS ich vor Weihnachten alles erledigen“ und "Wie schaffe ich das nur? könnten wir uns andere Fragen stellen:

Welchen Sinn hat Weihnachten für mich?
Was würde mir und meinen Lieben gut tun?
Was WILL ich dafür tun und worum bitte ich andere?

Worauf ich mich in diesem Jahr freue?

Auf das Weihnachtsliedersingen mit Freunden. Auf die strahlenden Augen unseres Enkels zu Heiligabend. Dieses Jahr schenken wir ihm kein neues Spielzeug, das nach wenigen Tagen in die Ecke fliegt, sondern ein Erlebnis, das ich hier nicht verrate.

Ich freue mich auf den Weihnachtsbaum, den wie jedes Jahr mein Liebster schmückt. Auf den ersten Feiertag, wenn die Familie an unserem großen runden Tisch auf den knusprigen Gänsebraten wartet.

Worauf freust Du Dich?

Was ich gern loslasse

Ich gebe zu - in den letzten Jahren hat mich das aufwändige Kochen und üppige Essen am zweiten Weihnachtstag manchmal genervt.

Dieses Jahr werden wir uns Leichtigkeit gönnen, auch darauf freue ich mich. Nur zu zweit. Ein Waldspaziergang, ein leichtes Mahl, Sauna. Und vielleicht versenke ich mich dann wieder in ein spannendes Buch - wie früher, als ich ein kleines Mädchen war.

Und jetzt bin ich gespannt auf Deine Sicht.

Wie wichtig ist Weihnachten für Dich?
Was tut Dir zum Fest richtig gut?
Und was willst Du in diesem Jahr vielleicht weglassen?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar.
Hab eine friedliche und herzwärmende Zeit.

Quellen:
[1] Wie viel Geld die Deutschen 2016 für Weihnachten ausgeben
[2] Bundesministerium für Finanzen: Bundeshaushalt 2016: Ausgaben

Veröffentlicht von

alcudina.de

Dr. Christine Radomsky ist Sinn-Coach und Spezialistin für Selbstführung. Als Coach und Trainerin unterstützt sie ambitionierte Berufstätige in der zweiten Karrierehälfte, einen späten Karrierewechsel oder den Einstieg in den (Un)Ruhestand vorzubereiten. Auf ihrem SinnCoach-Blog unter alcudina.de/sinncoach_blog teilt sie Gedanken und praktische Tipps für lebenslange persönliche Entwicklung und ein sinnerfülltes Leben.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Tina,
    in diesem Jahr ist Weihnachten bei uns etwas ganz besonderes.
    Unser Sohn Marek erwartet zum Fest Nachwuchs. Darauf haben alle solange gewartet. Nun ist es bald soweit. Das prägt natürlich den Ablauf der Feiertage mit all seinen Unwägbarkeiten.
    Eurer Familie wünschen wir ebenfalls ein schönes Fest
    Hotti und Angelika

    • Lieber Hotti und liebe Angelika,
      was für eine wundervolle Nachricht – ein neues Menschlein zum Weihnachtsfest! Ich kann mir gut vorstellen, dass Ihr bei Bedarf gern jegliche Festtagsplanung über Bord werft. Wir wünschen den werdenden Eltern und Großeltern alles Liebe und drücken die Daumen.
      Herzlichst
      Christine aka Tina und Michael

  2. Liebe Christine,
    Weihnachten ist für mich eine ganz besondere Zeit. Nicht nur, dass ich es liebe alles weihnachtlich zu schmücken und die Zeit zu genießen, es ist auch etwas magisches. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich immer erst ins Wohnzimmer durfte, wenn das Glöckchen erklang.
    Jetzt ist es die Zeit um zurückzuschauen, wie ist das Jahr gelaufen, welchen Weg bin ich gegangen, wie soll dieser Weg weiterlaufen. Was ist mein Herzenswünsch, die ich mir erfüllen will. Es ist auch die Zeit der Raunächte, auf die ich mich total freue. Altes beenden, neues beginnen.
    Alles Liebe, Sabine

    • Liebe Sabine,
      vielen Dank für Deinen stimmungsvollen Kommentar. Schon erstaunlich, wie tief unsere Weihnachts-Erinnerungen verankert sind. Ich wünsche Dir eine inspirierende Jahresend-Zeit für Rück- und Ausblick. Alles Gute für Deine Herzens-Projekte.
      Herzlichst
      Christine

  3. Liebe Christine, mein schönstes Weihnachtsfest war vor 2 Jahren, als wir zu spät von der Skipiste abfuhren, weil Hartmut unserer Austauschschülerin nicht das Mittagessen ausschlagen wollte, auf das sie endlos warten mussten und so kam es dass sich unser ganzes geplantes Programm verschob und das einzige, was wir auf dem langen Heimweg der sich anschloss, noch schafften, war irgendwo ungeplant ein warmes festliches Mahl zu ergattern und wir hatten Glück: Ein isländisches Hotel machte uns Platz in ihrem Wohnzimmer und das Essen mundete uns ganz vorzüglich, die Atmosphäre war wunderschön und um Mitternacht kamen wir schliesslich in unser Hotel zurück (das 2 Stunden entfernt lag) und keiner wollte mehr Geschenke auspacken, aber wir waren alle zufrieden und fühlten uns weihnachtlich froh und durch ein schönes gemeinsames Erlebnis beschenkt. Seitdem weiss ich dass ich mir keinen Stress mehr an Weihnachten machen muss und ich tue das auch nicht mehr. Weihnachten ist also ganz entspannt bei uns. Zeit füreinander, ein langer dunkler Abend und ein festliches Essen, das ist für mich heute die Essenz von Weihnachten. Alles liebe auch für Euch beide und ein wunderschönes Fest mit Eurer Familie und Eurem Enkel!

    • Liebe Sabine,
      vielen Dank, dass Du Dein Weihnachtserlebnis mit uns teilst. Sicher unvergesslich, dieses ungeplante Festmahl im Wohnzimmer isländischer Hotel-Gastgeber und die Fahrt durch die Dunkelheit. Wunderbar, dass Du Dich entspannt auf Weihnachten freuen kannst. Danke für Deine guten Wünsche, die Michael und ich herzlich erwidern.
      Liebe Grüße
      Christine

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